SPD Frauenpolitischer Empfang 2017

SPD Frauenpolitischer Empfang 2017

Am 15. Mai, dem Internationalen Tag der Familie, hatte die SPD Bundestagsfraktion zum Frauenpolitischen Empfang in das Reichstagsgebäude eingeladen. Vor dem offiziellen Teil hatte ich die Möglichkeit, mit verschiedenen Frauen der SPD, des ASF, der Caritas und später auch aus Gewerkschaften wie der GEW und der IG BCE zu sprechen.

Insgesamt nahmen etwa 150 Personen an dem Abend teil.

Folgende Agenda lag für den offiziellen Teil vor:

Begrüßung durch Thomas Oppermann, MdB, Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion:

Er stellte die Errungenschaften der aktuellen Legislaturperiode vor:

  • 30% Quote in Aufsichtsräten von börsennotierten und mitbestimmten Unternehmen
  • Entgelttransparenzgesetz
  • Istanbulkonvention „Nein heißt Nein!“

Für die nächste Legislaturperiode hat sich die SPD die Abschaffung der Teilzeitfalle vorgenommen.

Manuela Schwesig bezeichnete er als hartnäckigste Ministerin, die in intensiven Verhandlungs­prozessen ihre Vorhaben verfolgt.

Insgesamt geht es um die Schaffung einer freien, offenen Gesellschaft mit gleichberechtigter Teilhabe.

Manuela Schwesig, BMFSFJ, stellte nochmals die Wichtigkeit der gleichberechtigten Teilhabe als Grundlage von Demokratie und Freiheit heraus. Es ist notwendig, Erreichtes vor dem aufkommenden Rechtspopulismus zu sichern. Als nächstes Thema nimmt sie sich die Familienarbeitszeit vor. Es gibt nicht nur ein Gender Pay Gap, sondern auch ein Gender Care Gap.

In der anschließenden Diskussionsrunde „Gleichstellung: Gerecht für sie. Gerecht für ihn.“ erläuterte Prof. Dr. Eva Kocher, Vorsitzende der Sachverständigen­kommission zum Zweiten Gleichstellungs­bericht der Bundesregierung, als vorrangige Empfehlung, die Erwerbs- und Sorgearbeit gerecht zu verteilen, damit auch eine Wahlarbeitszeit zu forcieren, was Arbeitszeitsouveränität bei der Gestaltung in den Betrieben beinhaltet. Auch Männer sollten verstärkt die Möglichkeit zur Teilzeitarbeit erhalten.

Dies schließt auch eine Prüfung bzw. Abschaffung des Ehegattensplittings mit ein.

Dr. Carola Reimann, MdB, Stellv. Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, stellte heraus, wie wichtig das Recht auf befristete Teilzeitarbeit ist sowie die Änderung der Berufsorientierung von Mädchen und Jungen, die Aufwertung sozialer Berufe auch gegen die Lobbyinteressen großer Pflege­organisationen.

Robert Franken ist Mitbegründer der Plattform „Male Feminists Europe“ und sieht sich als Potential-Entfalter. Er versicherte, dass auch Männer von einer frauenpolitischen Agenda profitieren. Auch für ihn ist Arbeitszeitsouveränität zentral sowie ein grundsätzlicher Perspektivwechsel.

Außerdem sollten wir deutschen Frauen mutiger sein, die Isländerinnen haben wegen eines geringeren Gender Pay Gap tagelang gestreikt.

In der anschließenden offenen Diskussionsrunde brachte ich die konkrete Veränderung der Rollenbilder auf, dass es zum Beispiel mehr Erzieher geben müsste und dass die Koedukation in Schulen wieder auf den Prüfstand gehört. Aus eigener Erfahrung ist MINT (Mädchen in Naturwissenschaft und Technik) weiter verbreitet in reinen Mädchenschulen als in gemischten.

Das offizielle Schlusswort sprach Sönke Rix, MdB, Frauenpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, der selbst Erzieher ist und beim Finden seiner ersten Stelle einigen Schwierigkeiten ausgesetzt war.

Danach waren lockere Gespräche im offenen Raum beim Büffet möglich. Ich konnte noch mit verschiedenen interessanten Frauen aus Gewerkschaften sowie der Vorsitzenden des Interessenverbandes Deutscher Schauspieler Kontakte knüpfen.

Fazit und Empfehlung:

Ich denke, die SPD-Bundestagsfraktion vertritt schon viele der Interessen, die dem EWMD wichtig sind. Ich hatte eine ähnliche Veranstaltung im März bei den Grünen besucht, auf der die gleiche politische Richtung zu erkennen war.

Wir sollten die Ausweitung der Quote auf weitere Ebenen in Unternehmen sowie die Prüfung der Einhaltung forcieren. Das Thema der Auftragsvergabe wurde nicht besprochen und müsste daher auch von uns in weitere Diskussionen eingebracht werden.

Da wir nicht wissen, wie die nächste Regierung aussehen wird, sollten wir versuchen, auch Kontakte mit anderen Parteien wie CDU und FDP zu pflegen, um dort unsere Themenschwerpunkte entsprechend zu platzieren und eine Kontinuität der Politik in unserem Sinne zu gewährleisten.

 

 

Author

Marianne Munzel SAP BW/BI Senior Consultant, Business Analyst, project lead in global companies