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Frauenbericht-Kommentar von Chefredakteur "der Presse" und Reaktion von EWMD-Austria National Representative Hiltrud Zehrl

http://diepresse.com/home/meinung/kommentare/fleischhacker/569683/index.do?_vl_backlink=/home/meinung/kommentare/fleischhacker/index.do

From:   Zehrl Hiltrud 
Sent:   Dienstag, 08. Juni 2010 16:03
To:     'michael.fleischhacker@diepresse.com'
Subject:        Kommentar seitens EWMD zu Ihrem Leitartikel vom 28.5.2010 - Studie von DDr. Strunk attached
 

Sehr geehrter Herr Chefredakteur!

Aufgrund eines längeren Auslandsaufenthaltes kann ich leider erst heute Ihren Leitartikel kommentieren, der ja auch im Internet zu heftigen Statements vielfältigster Natur geführt hat.

DiePresse - u.a. wegen der vielen kompetenten Journalistinnen geschätzt - fällt interessanterweise also auch auf die falschen, aber durchs Wiederkäuen nicht richtiger werdenden Interpretationen von unequal pay und mangelnden Aufstiegsmöglichkeiten von Frauen in nahezu allen Lebensbereichen hinein.

EWMD, kurz für European Women Management Development, ein internationales Wirtschaftsfrauennetzwerk, hat erst kürzlich vor mehr als 200 Gästen die neue Studie ("Eine Frau muss ein Mann sein, um Karriere zu machen") von DDr. Strunk, Karriereforscher der WU Wien, in Linz präsentiert. Aus dieser geht seit Beginn der Befragung 1990 bis heute eindeutig (und eigentlich als Nebenprodukt der wissenschaftlichen Arbeit) hervor, dass Frauen zwar immer besser ausgebildet sind, aber bereits nach 10 Jahren Berufstätigkeit so stark gehaltlich ins Hintertreffen geraten, dass sich sprichwörtlich Abgründe auftun.

Diese Ergebnisse wurden anhand von virtuellen Zwillingen von Männern & Frauen absolut gleichen sozialen Backgrounds in den gleichen Berufssparten eruiert, bereinigt um etwaige Karenzen durch Kinder. Somit ist eindeutig bewiesen, dass Sie sich irren, wenn Sie insbesondere Teilzeitberufstätigkeit (ob freiwillig oder nicht) und unterbrochene Berufskarrieren als Ursachen für den status quo annehmen.

EWMD, dessen National Representative Österreichs ich derzeit im Internationalen Vorstand sein darf, hat sich seit 25 Jahren international und seit 16 Jahren in Österreich zum Ziel gesetzt, Frauen in Fach- und Führungsfunktionen dabei zu unterstützen, ihre Kompetenz nicht durch Gegenwind allerorten zu untergraben. Wir möchten in regional chapters in mehr als 40 Städten dazu beitragen, dass Frauen im konstruktiven Miteinander mit Männern in allen Facetten nicht mehr übergangen werden.Schliesslich belegen ja vielerlei Studien, dass Unternehmen mit Frauen in führender Verantwortung auch mehr Gewinne erwirtschaften und nachhaltiger wirken.Warum gerade in Österreich auf diesen ökonomischen Aspekt verzichtet wird, entzieht sich jeder rationalen Erklärung und hat wohl mehr mit emotional-psychologischen Momenten auf Seiten vieler führender Manager zu tun, worauf ja auch schon der von Ihnen zitierte junge Kollege anspielt. Dass es immer wieder auch lobende Ausnahmen unter den Unternehmern gibt, die kompetente Frauen ausdrücklich without much ado in Ihre Teams holen, möchte ich auch aus eigener Wahrnehmung betonen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Hiltrud Zehrl
NR EWMD Austria  

/ With best regards

Dr. Hiltrud Zehrl
Senior Legal Counsel
LA - Legal Affairs

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